Schöner geht es nicht: Blenheim Palace, Stammsitz der Dukes of Marlborough im Süden Englands und Welt-Kulturerbe, bot die atemberaubende Kulisse der Vielseitigkeits-Europameisterschaften 2025 in der dritten Septemberwoche. Und wie das im Sport so ist, hielt auch dieses Championat die eine oder andere Überraschung parat: Beispielsweise, dass das hochfavorisierte britische Team „platzte“ und damit den Weg für die deutsche Mannschafts-Goldmedaille frei machte.
Aber auch ein Deutsches Sportpferd, das sich in der Form seines Lebens präsentierte, sorgte in diesen Tagen für Gesprächsstoff: Van Helsing P, der 15-jährige Dunkelbraune von Van Gogh-Carismo aus der bekannten Zucht der in Löwenberger Land in Brandenburg ansässigen Pfitzmann GbR gehört zwar zu den bekannten Pferden der Szene – schon die EM 2021 im schweizerischen Avenches beendete er als 16. der Einzelwertung – doch in diesem Feld hätte kaum jemand ganz vorne mit ihm und seiner 27-jährigen Reiterin, der Österreicherin Lea Siegl, gerechnet. Doch der Wallach setzte sich hervorragend in Szene: Schon nach der Dressur lagen Lea Siegl und ihr „Heli“ mit nur 26,9 Minuspunkten an vierter Stelle, im Gelände fügten sie ihrem Ergebnis lediglich einige Zeitstrafpunkte hinzu – die „Bestzeit“ knackte kein Paar – und im Springen gelang ihnen eine der wenigen fehlfreien Runden innerhalb des Zeitlimits. Damit trugen die beiden nicht nur das mit Abstand beste Ergebnis zum fünften Platz der österreichischen Mannschaft bei, sondern platzierten sich auch in der Einzelwertung auf dem hervorragenden fünften Platz. Gold feierte die Britin Laura Collett mit London, Silber ging an Michi Jung und fischerChipmunk, Bronze an den Briten Tom McEwen und JL Dublin. Gleich dahinter punktgleich mit je 36,5 Punkten der deutsche Einzelreiter Calvin Böckmann mit The Phantom of the Opera und Lea Siegl mit Van Helsing P. Bei Punktgleichheit zählt für die Platzierung das bessere Geländeergebnis und Calvin Böckmann hatte die schnellste Zeit vorgelegt. Wie auch immer – der britische Staatsmann Winston Churchill, der in Blenheim Palace zur Welt kam und als hervorragender Reiter und Pferdeliebhaber seiner Zeit galt, hätte an diesen Europameisterschaften in seinem Park vermutlich seine Freude gehabt. An van Helsing P ganz sicher. mic
